Kommunikation

Was ist Manufacturing Execution System (MES)?

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Ein Manufacturing Execution System – kurz MES – unterstützt in Form von IT- und EDV-Systemen die Produktion und den Informationsfluss in Unternehmen. Die Systeme dienen der Produktionssteuerung und fungieren als Bindeglied zwischen der Auftrags- beziehungsweise Ressourcenplanung (ERP) sowie den ausführenden Systemen der Fertigungsebene. Im Unterschied zu den planenden ERP-Systemen arbeitet die MES-Software mit aktuellen Daten, um die Produktionsprozesse in Echtzeit zu steuern und zu kontrollieren. Das setzt Sammel- und Aufbereitungs-Vorgänge der Daten wie die Betriebs- oder Maschinendatenerfassung voraus.

Aufgaben und Kennzahlen der MES-Systeme

Die MES-Systeme übernehmen in den Unternehmen mehrere Aufgaben, um eine effiziente Produktion zu realisieren; dazu gehören insbesondere:

  • Betriebsmittel-Management,
  • Qualitäts-Management,
  • Leistungsanalyse,
  • Personal- und Materialmanagement,
  • Energie-Management,
  • Feinplanung,
  • Informations-Weitergabe an das ERP-System.

Die Steuerung und Kontrolle der den jeweiligen Bereichen zugeordneten Prozesse erfolgt anhand von Kennzahlen. Die für MES-Lösungen definierten spezifischen Kennzahlen listet das VDMA-Einheitsblatt 66412 auf. Es handelt sich um ein im Jahr 2009 von einem Arbeitskreis veröffentlichtes Dokument. Mit standardisierten Kennzahlen wie dem Durchsatz, dem Beleggrad, der Qualitätsrate oder dem Ausschussgrad bietet das Einheitsblatt dem Markt für MES-Systeme eine einheitliche Basis.

Manufacturing Execution Systeme bestehen aus Software-Lösungen, die zugehörige Hardware für die Steuerung der Produktion und die Erfassung der Daten voraussetzen. Unternehmen, die den Einsatz eines MES-Systems planen, entscheiden sich in der Regel für den Kauf der Lösung bei einem IT-Anbieter. Große Anbieter offerieren ihren Kunden ein komplettes Fertigungsmanagementsystem, andere – meist kleinere – Firmen vertreiben hochspezialisierte Produkte für einzelne MES-Segmente.

Die MES-Gesamtlösung oder mehrere Teil-Pakete integriert das kaufende Unternehmen in die bestehende IT- und Produktions-Infrastruktur. Das setzt Schnittstellen zwischen dem MES-System und den bereits vorhandenen Maschinen voraus. Um den heterogenen Anlagen-Park bei geringem Aufwand mit dem Manufacturing Execution System zu verbinden, existiert der Standard „UMCM“. Er baut auf einer VDI-Richtlinie auf und definiert einen standardisierten Zugriff auf Daten der Produktion.

Vorstellung des MES D.A.CH Verbands

Ausführliche Informationen rund um das Thema Manfacturing Execution System bietet der Internetauftritt des MES D.A.CH Verbands. Dem Verband gehören zahlreiche Unternehmen, der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) und Hochschulen beziehungsweise Universitäten an. Als oberstes Ziel verfolgt der MES D.A.CH Verband eine Effizienzsteigerung für alle seine Mitglieder. Er zeigt Bedarfspotenziale auf und identifiziert Hindernisse beim MES-Einsatz. Ferner informiert er über den aktuellen technischen Stand, fördert den Informations-Austausch und beteiligt sich an der Standardisierung von Normen und Schnittstellen.

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